<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[CanaChris]]></title><description><![CDATA[Kanada ist nicht das, was die meisten Europäer sich vorstellen. Es ist grösser, stiller, widersprüchlicher — und wärmer, als man erwartet.
CanaChris ist mein Versuch, dieses Land zu erklären. Nicht mit Statistiken, sondern mit Geschichten.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4eHT!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F357fb87e-6094-4487-a135-c1543fad38a7_1181x1181.jpeg</url><title>CanaChris</title><link>https://www.substack.canachris.ca</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Sun, 03 May 2026 21:18:57 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.substack.canachris.ca/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Christian Wehrli]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[canachris@substack.com]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[canachris@substack.com]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Christian Wehrli]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Christian Wehrli]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[canachris@substack.com]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[canachris@substack.com]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Christian Wehrli]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[Komm Unist. Fasch Ist.]]></title><description><![CDATA[Nun, wo kommen diese beunruhigenden und st&#246;renden Ideen her?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-03-komm-unist-fasch-istphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-03-komm-unist-fasch-istphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sun, 03 May 2026 10:54:29 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/70500bba-0d06-413e-82a0-dfcf0de2505d_472x800.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Komm Unist. Fasch Ist.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Komm Unist. Fasch Ist." title="Komm Unist. Fasch Ist." srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!ahe0!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb3da06d4-040c-4102-b7bd-0c203d5f34c1_472x800.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Nun, wo kommen diese beunruhigenden und st&#246;renden Ideen her?&nbsp;<br>Damals vor 65 Jahren waren es die B&#252;cher - ausschliesslich - die mit den Synapsen spielen wollten.&nbsp;</p><p><em>Was w&#228;re wenn? </em>war meine t&#228;gliche Besch&#228;ftigung, mich in der Welt zurechtzufinden.&nbsp;</p><p>Vor allem dieser eine Autor im Berlin im Beginn des 20. Jahrhunderts hat mich innerlich aufgew&#252;hlt und &#228;usserlich rebellieren lassen: <strong>Kurt Tucholsky</strong>. Der Mann hat nur 45 Jahre gelebt, aber extrem vieles bewegt.&nbsp;<br>Welch ein exzellenter Storyteller, Journalist, Satiriker und Kritiker, dieser Tucholsky, der Momente der Zeit in Worte fassen konnte, die als Momente kaum zu fassen waren.&nbsp;</p><p>Noch heute ist er der eine Autor, dessen Schreibstil und auch Philosophie ich nahe kommen will.&nbsp;<br>Dieser Mann hat Zeit seines kurzen Lebens durch hellwache Bebachtungen und skalpellscharfe Worten diese dunklen Zeiten beschrieben. Als Studierter der Juristerei gingen ihm Vergehen gegen die soziale Gerechtigkeit gewaltig auf den Zeiger.&nbsp;<br>Und das musste die Schreibmaschine dann ausbaden. <br><br>Dieser Kurt Tucholsky hat mir den ersten Samen f&#252;r das Gef&#252;hl der Gerechtigkeit gepflanzt.&nbsp;<br>Und das Interesse an der Politik etwas geweckt.&nbsp;</p><p>Damals im K&#246;nigreich der Pubert&#228;t h&#228;tte ich mir nicht mal im schlimmsten Albtraum leisten wollen, in einer Zeit wie heute zu leben. Eine Zeit der Monstr&#246;sit&#228;ten politischer Umw&#228;lzungen und dem politischen Zirkus zwischen linker und rechter Politik.&nbsp;</p><p>Apropos: der Begriff linker Fl&#252;gel und rechter Fl&#252;gel ist Made in France w&#228;hrend der ber&#252;hmten Revolution.&nbsp;<br>Ja, die war auch Made in France.&nbsp;</p><p>Die radikale Partei der Jakobiner hatten ihre B&#252;ros im linken Fl&#252;gel und die konservativen Girondisten waren im rechten Fl&#252;gel des Geb&#228;udes untergebracht. Die Menschen &#252;bernahmen die geographische Lage der B&#252;ros und spotteten &#252;ber linke und rechte Politik der Parteien.&nbsp;</p><p>Merci beaucoup, La France. <br><br>Heute im Jahre 2026 ist die Geographie weniger bedeutend, denn die politischen Wirkungen zwischen Kommunismus und Faschismus. Beide Regimes liegen weit, sehr weit weg auseinander.&nbsp;</p><p>Vermeintlich.&nbsp;</p><p>Wenn wir von Figuren wie Hitler oder Stalin sprechen, dann sind nicht spezifisch die kommunistische oder die faschistische Regierungen gemeint. Nein, wir sprechen dann von einer totalit&#228;ren Regierung.&nbsp;<br>Und zwar links wie rechts.&nbsp;</p><p>Totalitarismus ist die Ideologie, die immer am &#228;ussersten Rand von Links und Rechts existiert.&nbsp;<br>Beide haben dieselben Charakteristiken im Portfolio.&nbsp;</p><p>Der Nationalismus wird in die H&#246;he gehalten, Menschenrechte werden eingeschr&#228;nkt, Wissenschaft und Kunst sind verachtungsw&#252;rdig, Medien sind staatlich kontrolliert, Gewerkschaften werden nicht geduldet, aber Korruption steht in der Bl&#252;te, der Personenkult w&#228;chst zur Staatsreligion und gef&#228;lschte Wahlen werden zum Standard. <br><br>Aha.&nbsp;</p><p>Und siehe da, beide extrem am &#228;ussersten Rand existierenden Ideologien des Kommunismus und des Faschismus verfolgen ein und dasselbe Ziel: <em>Totalit&#228;re Regierungsform</em>.&nbsp;</p><p>Kurt Tucholsky hat einige seiner menschlichen Visionen und Philosophien tief in meinen Kopf gepflanzt.&nbsp;<br>Ihm verdanke ich die tiefe Liebe zu Gerechtigkeit und Gemeinschaft - abgesehen der politischen Lage.&nbsp;<br>Irgenwie hat Kurt den ersten Grundstein meiner Hippie-Philosophie gelegt. <br><br>Heute erinnere ich mich an dieses Tucholsky Zitat: "<em><strong>Deutschland ist eine anatomische Kuriosit&#228;t: es schreibt mit der linken Hand und handelt mit der rechten.</strong></em>&#187;</p><p>Lass uns die Zeit des friedlichen Widerstands gegen Extremismus geniessen.</p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-05-03-Komm-Unist-Fasch-Ist.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Du kannst mich kreuzweise.]]></title><description><![CDATA[Vermutlich hat das mit der Verwandtschaft von kreuzweise zu tun.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-02-kreuzweisephp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-02-kreuzweisephp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sat, 02 May 2026 10:23:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-02-kreuzweise.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Du kannst mich kreuzweise.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Du kannst mich kreuzweise." title="Du kannst mich kreuzweise." srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Q1QM!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fa78063f9-b2ea-43d8-90df-7b1f041e04be_612x480.jpeg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Vermutlich hat das mit der Verwandtschaft von kreuzweise zu tun. Denn die hatten allesamt ein paar verwirrende und abstruse Hobbies. Einige hatten Spass daran, dem anderen den Buckel herunterzurutschen. Die taten das so lange, bis sie dem Buckelbesitzer lieber als gestohlen gewesen w&#228;ren. Und dies ist umso erstaunlicher, weil kurz vorher derselbe Bucklinge meinte: "Du kannst mich gern haben." Na also, Liebe &#252;bertrumpft alles. <br><br>W&#246;rter sind meistens in einer Warteschlaufe und warten auf ein Zeichen. Eine Regung, ein Moment, auf den sie hellwach gewartet haben. Erst dann treten sie in Erscheinung und lassen sich in einen Satz einbinden, wie "Du kannst mich mal kreuzweise..." und so weiter. Einige dieser Abwartenden haben einen etwas bitteren bis b&#246;sartigen Unterton mit im Gep&#228;ck. Das zeigt sich meistens in den Gesichtsz&#252;gen der Empf&#228;nger, wie der Satz aufgenommen wurde. Da stellt sich nat&#252;rlich und auch k&#252;nstlich die Frage, weshalb der Absender sich dieses Wortes bedienen wollte. Oder gar musste. War etwa das Latein zu Ende oder stand kein anderes, freundlicheres Wort zur Verf&#252;gung? <br>Die Qual bei der Wortwahl ist eine delikate Angelegenheit. Schliesslich haben einige gew&#228;hlte W&#246;rter gr&#246;ssere Wirkung als andere Wortverwandte. Sprich, das Waffenarsenal in der Abteilung Rhetorik hat viel sprengstoffiges und giftiges, aber auch wohltuendes und tr&#246;stendes zu bieten. Und manchmal greift der eine oder andere Rhetoriker in die falsche Wortkiste. <br>Beim Schreiben besteht immerhin eine Schonphase, bevor der Text in den Umlauf des Cyberkosmos geschickt oder ausgedruckt und in einen Briefumschlag gesteckt wird. Da bleibt viel Zeit, sich den Satz nochmals genau zu betrachten, bevor dieser auf das Gegen&#252;ber abgefeuert wird. <br>Ein solches Sicherheitssystem w&#228;re bei m&#252;ndlich angewandter Rhetorik oftmals mehr als w&#252;nschenswert. Doch der Mund ist oft schneller als das Gehirn. Oder der &#196;rger ist gr&#246;sser als die Vorsicht in der Porzellankiste. <br><br>Wie oft &#228;rgerte ich mich, wenn ein Wort meinen Mund verliess und brutal Einlass ins Ohr des anderen begehrte. Kurzer Moment des Sendens verwandelt sich in lange Momente des Bedauerns. <br>Und dann sass ich da in der W&#246;rtergrube und der urspr&#252;ngliche &#196;rger des Ereignisses verwandelte sich in Vorw&#252;rfe an mich selbst. "Denken, dann sprechen, Depp!" h&#246;rte ich mich selbst im Stillen des K&#228;mmerleins sagen. <br><br>&#196;tzende, giftige, beleidigende und diffamierende W&#246;rter sind nachhaltig. Und extrem verletzend. Verletzungen, die von aussen nie gesehen werden, aber sie sind da. Und g&#246;nnen sich etwas Toxik zum Fr&#252;hst&#252;ck. <br>Rhetorischer Umweltschmutz kann &#220;bles in der Gesellschaft anrichten. <br>Rhetorischer Umweltschutz kann das hoffnungsvoll l&#228;chelnde Gegenteil verurachen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Aber wie so manche anderen wichtigen Dinge braucht dies &#220;bung. Und den einen pazifistischen, r&#252;cksichtsvollen Filter vor dem Absenden.&nbsp;</p><p><em><strong>Rhetorik ist ein faszinierender Tick.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-05-02-kreuzweise.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Besessen. Haben oder sein?]]></title><description><![CDATA[Es gibt einen Moment, den ich lange nicht benennen wollte.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-01-besessen-sein-oder-habenphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-05-01-besessen-sein-oder-habenphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Fri, 01 May 2026 10:58:36 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Besessen. Haben oder sein?&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Besessen. Haben oder sein?" title="Besessen. Haben oder sein?" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-05-01-Besessen.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Es gibt einen Moment, den ich lange nicht benennen wollte. Nicht weil er schmerzhaft war, sondern weil er so unspektakul&#228;r aussah von aussen. Ein Dienstagnachmittag, Ich sass vor einer leeren weissen Seite auf dem Bildschirm, die trist wirkte" &#8212; die Seite war weiss und blieb es.. Ich sass vor der &#220;berschrift eines Artikels, den ich schreiben sollte, und schrieb stattdessen Notizen zu einer Idee, die mich seit Wochen verfolgte. Nicht besch&#228;ftigte. Verfolgte. Das ist das richtige Wort. Bis zu diesem einen Tag hatte ich die Idee. Danach hatte sie mich.<br><br>Ich h&#228;tte das damals nicht so formuliert. Ich h&#228;tte gesagt: Ich bin sehr engagiert. Ich bin motiviert. Ich investiere viel. Alles S&#228;tze, in denen ein Ich vorkommt, das die Kontrolle beh&#228;lt, das entscheidet, das ausw&#228;hlt. Aber was ich wirklich tat, war: nachgeben. Immer vollst&#228;ndiger nachgeben. Das besitzende Ich dachte noch, es f&#252;hre Regie. Das besessene Ich hatte die Schl&#252;ssel bereits umgedreht.<br>Die Abbiegung vom besessen haben zum Besessensein war nur ein kurzer Aufblitzer. Aber die Konsequenzen waren ziemlich heftig. <br><br>Damals in Basel hatte ich einiges besessen. All diese materiellen komfortablen und statuslastigen Dinge, die das Leben erfolgreich scheinen lassen. Was sich genauso anf&#252;hlt. Die Kehrseite dieser Luxusmedaille ist der Druck, der Stress, der Marathon des Erfolgreichbleibens. Wo ist der entspannte Typ im Hippie-Modus abgeblieben? <br><br>Lisa hat das gesehen. Meine Schwester hat das gesehen. Sogar mein Vermieter hat irgendwann gefragt, ob bei mir alles in Ordnung sei, weil ich beim Briefkastenleeren dreimal dasselbe sagte. Was diese Menschen bemerkten, war kein Symptom. Es waren Hinweise auf eine Verschiebung in Machtverh&#228;ltnissen zwischen mir und einer Idee. Und ich habe ihre S&#228;tze damals zusammengefasst, weggebogen, als &#220;bertreibung abgelegt. Jetzt h&#246;re ich sie noch einmal &#8212; w&#246;rtlich, ohne Kommentar &#8212; und merke: Sie hatten recht. Ich war falsch abgebogen. Ich war besessen. <br><br>Der Konflikt ist nicht dramatisch. Er ist stiller als erwartet. Das besitzende Ich will ausw&#228;hlen, wann und wie viel. Es will abends aufh&#246;ren, es will an anderen Dingen Freude haben, es will beim Essen anwesend sein. Das besessene Ich hingegen kennt keine Feierabende. Es findet Eingang durch Umwege &#8212; durch ein Gespr&#228;ch &#252;ber Wetter, durch ein Lied, durch das Kippen eines Fensters an einem Nachmittag. Es braucht keine Einladung mehr. Es wohnt bereits hier.<br><br>Was ich suche, ist nicht die R&#252;ckkehr zu vorher. Das w&#228;re Nostalgie, kein Ziel. Was ich suche, ist der Moment direkt vor dem Nachmittag &#8212; jenen letzten Augenblick, in dem beides noch nebeneinander existierte, die Wahl und die Anziehung, das Ich und das Objekt meiner Besessenheit, noch getrennt durch eine d&#252;nne, durchl&#228;ssige Membran. Weil in diesem Zwischenraum &#8212; vielleicht &#8212; die Geschichte steckt, die ich eigentlich erz&#228;hlen will. Nicht das Nachher. Das Genau-dann.<br><br>Lisa hatte recht. Ich wusste es schon l&#228;ngst.<br>Hier und jetzt bin ich wieder mit einer Idee, einer Vision unterwegs, die mich vom Schlafen abh&#228;lt. Die alle Synapsen auf Dauerlauf h&#228;lt. Bin ich wieder besessen? <br>Jein.<br>Die Leidenschaft f&#252;r eine Idee, ein Projekt ist der Motor, der Antrieb und zeigt wenige Anzeichen einer Besessenheit. Ja, ich bin wild darauf, dieses Projekt durchzuziehen, auf Biegen und Besessenheit. <br>Warum? <br>Weil ich es kann? Weil ich muss? Weil ich will?<br>Nein, weil die Freude an dem Projekt so herrlich davongaloppiert. <br>Ich bin besessen.<br></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-05-01-Besessen.-Sein-oder-Haben.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ich Seeluft nach oben.]]></title><description><![CDATA[Die salzige Suppe der Ozeane hat viel zu verbergen.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-30-ich-seeluft-nach-obenphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-30-ich-seeluft-nach-obenphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Thu, 30 Apr 2026 10:56:54 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Ich Seeluft nach oben.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Ich Seeluft nach oben." title="Ich Seeluft nach oben." srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/facebook-cover-820x312.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Die salzige Suppe der Ozeane hat viel zu verbergen. Vor allem unter der seichten Oberfl&#228;che scheint die Welt im Dunkeln der Tiefe weitgehend unentdeckt zu sein. In der Welt ohne Licht, aber mit viel Druck des Wassers entwickelten sich &#252;ber Jahrmillionen die ulkigsten Lebewesen. Einige dieser meerestiefen Kreaturen wirken, als h&#228;tte ein Sch&#246;pfer sich einen Spass erlaubt. Das Meer ist ein Ableger mit echtem Algenhumor. <br><br>Wer sich zuf&#228;llig in den ber&#252;hmt-ber&#252;chtigten Marianengraben verirrt - oder verschwimmt - dessen noch nicht getr&#228;umten Albtr&#228;ume werden mit Monstern der absonderlichen Art gef&#252;llt. Sogar H.R. Giger, der Alien-Erfinder, w&#252;rde sich beim Anblick dieser Kreaturen f&#252;rchten. Die Aliens der Tiefe m&#252;ssen ja auch keinen Sch&#246;nheitswettbewerb gewinnen. In deren Welt ist die Sichtbarkeit selbst ein unbekanntes Ph&#228;nomen. Diese Lebewesen verlassen sich auf die Dunkelheit und deren Schutz. Wer schon mal einen Blick auf eines dieser Wesen werfen konnte, wird deren Abscheu gegen&#252;ber Rampenlicht verstehen k&#246;nnen. <br><br>Diese Wesen leben in ihrer feuchten Welt ziemlich unbeschwert. Keine Motorenged&#246;ns riesigen Tankern st&#246;rt ihren Tagesablauf. Der Plastikabfall ist nur noch in Mikrodosis vorhanden. Lebensbedrohliche Situationen von Angreifern sind wahrscheinlich selten, denn die k&#246;nnen ihre Opfer gar nicht entdccken. Keine Ahnung, wie das System des Fressens und Gefressenwerdens da unten &#252;berhaupt funktionieren kann. Sind die Bewohner der Meerestiefe einer Zufallsdi&#228;t ausgesetzt? Wer zuf&#228;llig Fressbares vor die Maul&#246;ffnung bekommt, wird ges&#228;ttigt. Die anderen gucken... nein... schwimmen in die R&#246;hre. <br><br>Der Planet Erde hat nicht nur eine Oberfl&#228;che, sondern auch Tiefgang. Und lustigerweise meinen wir, den blauen Planeten durch und durch zu kennen. Dabei sitzen wir auf einer Kugel, in deren Tiefen eine uns ziemlich unbekannte Welt existiert.&nbsp;</p><p><em><strong>Lang lebe die Evolution.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-30-ich-seeluft-nach-oben.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der zögernde Applaus]]></title><description><![CDATA[Ich sass vor dem Bildschirm und dachte: Was genau geht hier eigentlich vor sich?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-29-applausphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-29-applausphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Wed, 29 Apr 2026 10:58:26 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Der z&#246;gernde Applaus&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Der z&#246;gernde Applaus" title="Der z&#246;gernde Applaus" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-29-applaus.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Ich sass vor dem Bildschirm und dachte: <em>Was genau geht hier eigentlich vor sich?&nbsp;</em><br>Der K&#246;nig von Great Britain und Kanada sprach zu Republikaner:innen und Demokrat:innen und f&#252;tterte sie mit Geschichtstr&#228;chtigem.&nbsp;<br>Nein, King Charles III hat keine Lektionen erteilt, keine direkte Kritik an der amerikanischen Administration ge&#252;bt.&nbsp;<br>Er hat erinnert. Und leise ermahnt, sich der Geschichte zu erinnern. <br><br>Der Held dieser Geschichte ist nicht King Charles. Er ist kein Politiker, kein Redenschreiber, kein Historiker mit der richtigen Einordnung.&nbsp;<br>Die Helden sind die B&#252;rger am Bildschirm, die sich seit Monaten fragen, ob irgendjemand da draussen noch einfach die Wahrheit sagt. Nicht taktisch. Nicht strategisch verpackt. Sondern einfach so, wie man es einem alten Freund &#252;ber den Tisch hinweg sagt.<br><br>King Charles hat genau das getan. Er sprach &#252;ber Allianzen, &#252;ber W&#252;rde, &#252;ber die gemeinsame Geschichte zwischen Grossbritannien und Amerika. Er tat dies mit der Eleganz eines Mannes, der gelernt hat, dass echte St&#228;rke keine Lautst&#228;rke braucht, sondern Klarheit. Er zeichnete ein Bild der Welt, das unmissverst&#228;ndlich war: Eine Welt, in der das Zerst&#246;ren von Vertrauen keine St&#228;rke ist, sondern eine Ersch&#246;pfung. Eine Welt, in der Mauern, ob aus Beton oder aus Schweigen, keine Fundamente sind, sondern Symptome.<br><br>Kein Name fiel. Kein Finger wurde gezeigt. Und genau deshalb traf es so tief.<br><br>Der eigentliche Konflikt dieser Geschichte ist n&#228;mlich nicht Mensch gegen den aktuellen US-Pr&#228;sidenten, wie viele es gerne h&#228;tten, bequem, klar, mit Schuldigen und Helden. Der Konflikt, der unter allem liegt, ist &#228;lter und schwerer: Mensch gegen Gleichg&#252;ltigkeit. Die Frage, ob wir als Gesellschaft noch f&#228;hig sind, aufzuwachen, wenn jemand auf der B&#252;hne steht und uns nicht unterh&#228;lt, sondern anspricht.<br><br>Die Republikaner klatschten. Langsam, dann echter. Das ist der Teil, den ich nicht habe kommen sehen. Nicht weil ich sie untersch&#228;tze, sondern weil ich untersch&#228;tzt hatte, wie m&#252;de auch sie vielleicht sind. M&#252;de vom Mitbiegen. M&#252;de vom Mitschweigen. Und da stand ein K&#246;nig, der keine Wahl gewinnen muss, der keine Partei f&#252;hrt, der einfach ein Mensch ist, der seine Rolle ernst nimmt, und gab ihnen etwas Seltenes: die Erlaubnis, Ja zu sagen zu dem, was sie schon lange wussten.<br><br>Diese Geschichte ist kein politisches Argument. Es ist eine Frage: Was m&#252;sste jemand sagen, damit meine H&#228;nde in der Luft z&#246;gern, bevor sie klatschen? Nicht aus Zustimmung zum Reflex. Sondern aus echtem Ja?<br><br>Denn vielleicht ist das der eigentliche Test unserer Zeit. Nicht, wer laut genug br&#252;llt. Sondern, wer uns noch zum Z&#246;gern bringt, bevor wir applaudieren. Und ob wir in diesem Z&#246;gern noch etwas erkennen, das wir Wahrheit nennen k&#246;nnen.<br><br>Am Ende der Rede von King Charles III vor dem US Kongress erinnerte ich mich an eine Bemerkung von Kanada's Prime Minister Mark Carney vor einiger Zeit. In der ber&#252;hmten Frage-Antwort-Stunde des Parlaments erwiderte er auf eine geh&#228;ssige Bemerkung der Opposition: "Ich rede hier vor einer Gruppe von Studenten." <br>Genauso wirkte die Rede von Charles gestern nachmittag im US Kongress. <br><br><em><strong>The King's speech. </strong></em><br><em><strong>Splendid!</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-29-applaus.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Toi Toi. Toi.]]></title><description><![CDATA[Denn dem Ger&#252;cht zufolge &#8211; und Ger&#252;chte sind hartn&#228;ckig, weil sie zwar unbewiesen, aber ungemein attraktiv sind &#8211; ist das dreifache Toi nur der Anfang einer streng regulierten Zeremonie.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-28-toi-toi-toiphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-28-toi-toi-toiphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Tue, 28 Apr 2026 10:46:37 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Toi Toi. Toi.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Toi Toi. Toi." title="Toi Toi. Toi." srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-28-Auf-gut-Glueck.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Denn dem Ger&#252;cht zufolge &#8211; und Ger&#252;chte sind hartn&#228;ckig, weil sie zwar unbewiesen, aber ungemein attraktiv sind &#8211; ist das dreifache Toi nur der Anfang einer streng regulierten Zeremonie.&nbsp;<br>Die schauspielernde Truppe greift sich gegenseitig an die Schulter, formt die drei Silben mit Nachdruck, und spuckt &#252;ber eine Schulter ab. Erst dann gilt der Wunsch als vollst&#228;ndig. Als funktionsf&#228;hig. Als &#252;bermittelt.<br><br><em>"Ach, Schauspieler sind also abergl&#228;ubisch?"</em><br><br>Nein, bestimmt nicht. Denn Aberglaube bringt Ungl&#252;ck.<br><br>Rituale und Volksweisheiten sind diese Totgeglaubten, die nicht sterben wollen. Sie lauern in den dunklen Ecken des Unterbewusstseins und warten auf ihr Stichwort, um aus der Kulisse ins Rampenlicht zu treten.&nbsp;</p><p>Und das Portfolio dieser unsterblichen Spr&#252;che ist reich best&#252;ckt.&nbsp;</p><p>"Hals- und Beinbruch" zum Beispiel klingt nach einem schlechten Tag in der Notaufnahme, ist aber urspr&#252;nglich J&#228;gersprache f&#252;r eine ertragreiche Jagd.&nbsp;</p><p>"Dr&#252;ck mir die Daumen" ist keine Foltermethode, sondern soll b&#246;se Geister vertreiben &#8211; echtes Daumenkino eben.&nbsp;</p><p>"Abwarten und Tee trinken" verspricht Gelassenheit, liefert aber meistens nur lauwarmes Wasser.&nbsp;</p><p>Und "Kommt Zeit, kommt Rat" ist der Fatalismus im festlichen Gewand, die &#220;berzeugung, dass Probleme sich irgendwann von selbst in Luft aufl&#246;sen, wenn man nur lange genug wartet.<br><br>Was all diese Formeln verbindet?&nbsp;</p><p>Sie sind &#252;berlebensf&#228;hig, &#252;ber Generationen hinweg, in einer ausserordentlich gesch&#252;tzten Umgebung.&nbsp;<br>Selten werden sie hinterfragt.&nbsp;<br>Selten fragt jemand, ob "<em>Das wird schon wieder</em>" ein Trost oder ein hingeworfener Brocken ist, um eine peinliche Stille zu f&#252;llen.&nbsp;<br>Und vielleicht ist das auch gar nicht der Punkt.<br><br>Denn wer anf&#228;ngt, diese Spr&#252;che zu verstehen &#8211; wirklich zu verstehen, woher sie kommen, warum sie bleiben, was sie eigentlich leisten &#8211; der muss ihnen deswegen nicht den Zauber entziehen.&nbsp;<br>Das w&#228;re das naive Missverst&#228;ndnis des Erwachsenwerdens: zu glauben, dass Verstehen dasselbe ist wie Entzaubern.&nbsp;<br>Es ist das Gegenteil.&nbsp;</p><p>Wer weiss, dass das Toi erst durch das Spucken vollst&#228;ndig wird, der kann es mit Absicht sprechen.&nbsp;<br>Wer weiss, dass "<em>Kopf hoch</em>" keine Anweisung an den Barbier ist, sondern ein Versprechen an den Mut des anderen, der meint es anders.<br><br>Die Frage, was zuerst da war, das dreifache Toi oder das "<em>Auf gut Gl&#252;ck</em>", l&#228;sst sich vermutlich nicht beantworten.&nbsp;<br>Aber vielleicht ist das die eigentliche Lektion: Manche R&#228;tsel sind nicht zum L&#246;sen da, sondern zum Tragen.&nbsp;<br>Und manche Spr&#252;che sind gut f&#252;rs Klima zwischen den Menschen &#8211; besonders dann, wenn in schwierigen Momenten die eigenen Worte fehlen.<br><br><em><strong>In diesem Sinne: Kopf hoch. Und toi, toi, toi.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-28-toi-toi-toi.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch]]></title><description><![CDATA[Die Zwiebeln sind &#252;brigens noch immer da, wenn es dem R&#252;hrei an Pep fehlt.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-27-sonne-im-herzenphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-27-sonne-im-herzenphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Mon, 27 Apr 2026 11:03:13 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch" title="Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Die Zwiebeln sind &#252;brigens noch immer da, wenn es dem R&#252;hrei an Pep fehlt.&nbsp;</p><p>Und die Sonne ist noch immer zust&#228;ndig f&#252;r die vitaminreiche Seite des Lebens.&nbsp;</p><p>Nur meine ich jetzt weniger die Himmelsk&#246;rper-Variante als jene Menschen, die offensichtlich irgendwo innen drin eine eigene Lichtquelle betreiben.&nbsp;<br>Diese von innen strahlenden Zeitgenossen, bei denen schlechte Laune schlicht keine &#220;berlebenschance hat.&nbsp;<br>S&#228;uerlichkeit und Missmut schmelzen beim Anblick dieser fr&#246;hlich-scheinenden Lebewesen wie Schnee im M&#228;rz.&nbsp;<br>Die scheinen das Leben grunds&#228;tzlich zu lieben.&nbsp;<br>Wirklich zu lieben.&nbsp;<br>Und zu geniessen. <br><br>Ernsthaft gefragt: Wie kann jemand in einer Zeit, die sich selbst gerne als &#252;bel bezeichnet, noch gute Laune haben?&nbsp;</p><p>Trauer im Minenfeld gilt doch als die angemessene Grundhaltung, um halbwegs durch den Tag zu kommen.&nbsp;</p><p>Ach ja?&nbsp;<br>Wirklich?&nbsp;</p><p>Wird der Druck der Angst, der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit durch die Trauermine leichter?&nbsp;<br>Irgendwie bezweifle ich das.&nbsp;<br>Der Druck bleibt.&nbsp;<br>Die Frage ist nur, ob man ihn mit oder ohne innere Sonnenenergie ertr&#228;gt.</p><p>Diesen sonnigen Zeitgenossen wird nachgesagt, dass ihre Ausstrahlung direkt die Resilienz st&#228;rkt.&nbsp;<br>Die k&#246;nnen mit Dramen und Dystopie schlicht besser umgehen, weil sie irgendwo noch Restlicht haben, das ihnen den Weg aus dem Chaos zeigt.&nbsp;<br>Wer sonnig in den Tag startet, tut nicht nur den Mitmenschen einen Gefallen, sondern auch dem Immunsystem.&nbsp;<br>Das ist n&#228;mlich alles andere als immun gegen sonnige Einwirkungen.<br><br>Ja, ja,<br><em><strong>&nbsp;&#171;Besserwisserei am Morgen bringt Kummer und Sorgen.&#187;&nbsp;</strong></em></p><p>Ist die Tasse etwa schon wieder tr&#252;b geworden?&nbsp;<br>Keine Sorge, das passiert den Besten im Schrank.<br><br>Sonnig eingestellte Menschen sind nicht naiv.&nbsp;<br>Die sehen die Krisen, die Weltprobleme, den Wahnsinn der Gegenwart genauso deutlich wie alle anderen.&nbsp;<br>Aber sie sind schlicht weniger bereit, sich der Verzweiflung in die Arme zu werfen wie einem alten Bekannten, der sowieso immer da ist. Wer noch Restw&#228;rme einer sonnigen Einstellung findet, sucht nach L&#246;sungen statt nach Best&#228;tigung f&#252;r das Schlimmste.&nbsp;<br>Und das macht diese Menschen ziemlich anziehend.&nbsp;<br>Und gef&#228;hrlich positiv.&nbsp;<br>Und inspirierend f&#252;r jeden, der in ihrer N&#228;he sitzt.<br><br>Wie waren die Zutaten zum vielger&#252;hmten Teamgeist noch?&nbsp;<br>Fr&#246;hlicher Optimismus, inspirierende Beziehungen, arbeitsame Moral und diese Ausstrahlung, die von innen gespeist wird.&nbsp;</p><p>Kein Zufall. Eine Entscheidung.<br><br><em><strong>Hab Sonne im Herzen. Und Liebe im Bauch.</strong></em><br><em><strong>Dann hast du Laune. Und Schmetterlinge auch.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-27-Sonne-im-Herzen.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Schätze]]></title><description><![CDATA[So, sind wir verwirrt genug?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-26-schaetzephp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-26-schaetzephp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sun, 26 Apr 2026 10:26:09 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Sch&#228;tze&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Sch&#228;tze" title="Sch&#228;tze" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-26-Schaetze.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>So, sind wir verwirrt genug?&nbsp;</p><p>Am Ende des Regenbogens liegt ein Schatz in schimmernden Gold.&nbsp;<br>Den kann man sich holen, sofern man das richtige Ende des Bogens w&#228;hlt.&nbsp;</p><p>Das Wort <em>Schatz</em> war seit jeher etwas magisch dekoriert.&nbsp;<br>Wenn die Schatzkarte aus einer alten Flasche auftaucht, wenn der Anlageberater den Kryptohimmel auf Erden verspricht, wenn der Hochzeitstag der sch&#246;nste Tag des Lebens war, dann ist die Halbwertszeit des Gl&#252;cks &#252;berschritten.&nbsp;<br>Denn ein Schatz verspricht viel, aber selten Konkretes. <br><br>"<em><strong>Du, Schatz, ich liebe dich.</strong></em>&#187;&nbsp;</p><p>Solch ein Satz ist mir nie &#252;ber die Lippen gerutscht.&nbsp;<br>Niemals.&nbsp;</p><p>Oh nein, der Teil mit der Liebe ist wundersch&#246;n, aber das etwas abf&#228;llige "<em>Schatz</em>" habe ich nie anwenden wollen.&nbsp;<br>Wie soll ich meine Beziehung zu einem geliebten Menschen in einem zutiefst materiellen Begriff beschreiben?&nbsp;</p><p>Noch schlimmer war der Zusatz: "<em>Mein Schatz</em>.&#187;&nbsp;<br>Hey hey, das ist viel zu ergreifend, wenn es um Besitz geht.&nbsp;<br>Kein Mensch oder ein anderes Tier ist jemandes Besitz.&nbsp;</p><p>Auch nicht nach dem Sch&#246;nsten Tag des Lebens. <br><br>Zudem fristet solch ein Schatz meist ein tristes Leben.&nbsp;<br>Solange er existiert, l&#228;sst man ihn in einer Kammer eingesperrt und hofft, dass er sich vermehrt?&nbsp;<br>Na wie soll das denn funktionieren, wenn der Schatz alleine und sich &#252;berlassen bleibt?</p><p>Na also. <br>Ist also alles schlecht an dem Wort und der Bedeutung von <em>Schatz</em>?&nbsp;<br>Sicher nicht. Schliesslich ist es nicht das Wort an sich, sondern die darin enthaltenen W&#252;nsche, Vorstellungen und Hoffnungen.&nbsp;</p><p>Es wirkt energieladend, wenn der Mensch, also du und ich, einem vermeintlichen Schatz hinterherhecheln.&nbsp;<br>Solange das Hecheln nicht lebensbedrohlich wird.&nbsp;</p><p>Es ist motivierend, das Resultat des eigenen Wirkens in Form eines Schatzes zu betrachten.&nbsp;<br>Vor allem dann, wenn der Schatz selbst sich dem Materiellen entsagt hat und nur noch emotional wirkt. <br><br>Diese eher kleinen, aber herzigen Ausgaben von <em>Schatz</em> sind ja auch der Bodensatz des Menschlichen.&nbsp;<br>Vor allem, wenn sich der Schatz in ein attraktives Adjektiv verwandelt.&nbsp;</p><p><em><strong>Ich bin wertsch&#228;tzend</strong></em>, zum Beispiel.&nbsp;</p><p>Nein, damit ist nicht der Beamte gemeint, der den Wert eines Hause sch&#228;tzen soll.&nbsp;<br>Oder muss.&nbsp;</p><p>Aber den Wert einer Handlung, eines Moments der Menschlichkeit, die wunderbare Leichtigkeit des Seins - dies sind die Zutaten zu etwas mehr Gl&#252;ck in der Brust. <br><br>Ja, ich bin wieder an der Schwelle zur Vinylplatte mit dem ber&#252;hmten Sprung angelangt. Sorry.<br>Sie wiederholt sich.&nbsp;</p><p>Doch ich wache noch immer auf - meistens morgens - und kneife mich.&nbsp;<br>Nicht nur, weil ich Single bin und dies sonst niemand &#252;bernehmen k&#246;nnte.&nbsp;</p><p>Nein, es ist diese Sache mit dem Gl&#252;ck, mit den Gelegenheiten, mit den Menschen um mich herum, die den Wert des Momentes in einen Schatz verwandeln.&nbsp;<br>Und das weiss ich - und auch zu sch&#228;tzen.&nbsp;</p><p><em><strong>Stimmt's, Schatz?</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-26-Schaetze.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ob Servieren]]></title><description><![CDATA[Es ist geschichtlich nicht erwiesen, wer von der Gruppe f&#252;r diese eine alternative Berufsgattung verantwortlich zeichnet.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-25-ob-servierenphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-25-ob-servierenphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sat, 25 Apr 2026 11:43:47 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!4eHT!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F357fb87e-6094-4487-a135-c1543fad38a7_1181x1181.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist geschichtlich nicht erwiesen, wer von der Gruppe f&#252;r diese eine alternative Berufsgattung verantwortlich zeichnet.&nbsp;<br>War es jemand von der servierenden Truppe oder hat sich ein Gast diesen Lapsus geleistet?&nbsp;<br>Wir wissen es nicht.</p><p>Aber dieser geheimnistuende Beruf existiert: Die Observierer.&nbsp;</p><p>Jetzt geht es nicht mehr um "ob" oder "nicht", es geht um Schleichendes, Kombinierendes, Bewertendes und Konsequenzuelles, wenn sich der oder die Observierer an die Arbeit machen.&nbsp;<br>Kein Get&#246;se, keine Drohgeb&#228;rden und keine offensichtliche Handlung.&nbsp;</p><p>In der Berufsbeschreibung steht Diskretion, Unauff&#228;lligkeit und das Unbeteiligtschteinende im Grossgedruckten.&nbsp;</p><p>Womit besch&#228;ftigen sich diese Leute also den ganzen lieben Tag?&nbsp;<br>Ja, mit Observieren, das weiss ich doch.&nbsp;</p><p>Was heisst das also im Einzelnen?&nbsp;</p><p>Wenn sich ein Observierender - oder Observator? - an die Arbeit macht, dann geschieht dies offiziell eher beil&#228;ufig.&nbsp;<br>Die grauen M&#228;use der Beobachtenden wollen eines ganz bestimmt nicht: Sie wollen nicht entdeckt, nicht gesehen und selbst nicht beobachtet werden.&nbsp;<br>Sie sind das Team der Misstrauischen, die zuerst sich und dann ihre Chefs informieren wollen.&nbsp;</p><p>Dabei geht es nicht generell um eine bestimmte Gruppe von Menschen, die sich dem kriminellen Verhalten hingegeben haben.</p><p>Sie beobachten, um zu verstehen.&nbsp;<br>Sie beobachten alles, was dazu beitragen k&#246;nnte.&nbsp;<br>Ihre Arbeit ist stets vielf&#228;ltig, obwohl die realistische Durchf&#252;hrung durchaus langweilig wirken kann.&nbsp;</p><p>Wenn Gefahr f&#252;r eine Gruppe von Menschen oder eine Einrichtung droht - eine von Observierenden aus gesammelten Indizien und Hinweisen gestaltete Bedrohung - dann mag die Sicherheit gef&#228;hrdet sein.&nbsp;<br>Ergo wird das Geb&#228;ude und die Gruppe wird observiert.&nbsp;<br>Also beobachtet.&nbsp;</p><p>Wenn man schon beim fr&#246;hlich-stillen Observieren ist, dann wird das Verhalten von Menschen und Tieren gesichtet und anschliessend ausgewertet.&nbsp;<br>Man ist schliesslich das ganze Leben mit dem Lernen besch&#228;ftigt.&nbsp;</p><p>Wenn ein Arzt den Patienten untersucht, um den Fehler im biologisch-medizinischen System des K&#246;rpers zu erkunden, dann ist der Arzt so ganz nebenbei zum Observierer geworden.&nbsp;</p><p>Ob Servieren oder Observieren Spass macht?&nbsp;<br>Keine Ahnung, aber in bestimmten Situationen ist das Observierte bestimmt hilfreich.&nbsp;<br>Denn dieses Beobachten und Auswerten ist eine der grunds&#228;tzlichen T&#228;tigkeiten, mit der die Menschheit Wissen schafft.<br>Oder so.<br></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-25-Ob-Servieren.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[«Schul Stoff»]]></title><description><![CDATA[Meine Schulzeit war nicht besonders schlimm.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-24-bil-dungphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-24-bil-dungphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Apr 2026 10:49:02 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;&#171;Schul Stoff&#187;&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="&#171;Schul Stoff&#187;" title="&#171;Schul Stoff&#187;" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-24-Bil-Dung.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Meine Schulzeit war nicht besonders schlimm. Denke ich zumindest.&nbsp;<br>Die bitteren Episoden der Bildungswanderung waren weniger dem Schulstoff als dem Schulstaff gewidmet.&nbsp;<br>Also den Menschen, die sich auf dem Pausenplatz und im Unterricht herumtrieben.&nbsp;</p><p>Da war dieser b&#246;swillige, sadistische Abwart, der immer Schn&#252;rstiefel mit Stahlkappen trug.&nbsp;<br>Und eben diese Kappen aus Stahl landeten zu oft in eines Sch&#252;lers Hintern.&nbsp;</p><p>Oder der eine Lehrer mit dem kleinen Buckel und dem grossen Ego, der mit Argusaugen nach einem Opfer sp&#228;hte.&nbsp;<br>Seine Lieblingsbesch&#228;ftigung nebst dem Unterrichten war die Z&#252;chtigung.&nbsp;<br>Nein, diese waren nicht rhetorisch, sondern fanden bambusstockbewehrt und schmerzlich ihr Ziel auf nackten Sch&#252;ler-Hintern.&nbsp;<br>Vor versammelter Klasse wurde mir einmal diese Schaustellung mit zehn erfahrungsvollen Schl&#228;gen auf beide Hinterbacken gew&#228;hrt.</p><p>Heute im R&#252;ckblick auf diese Zeit des neugierigen, oftmals unsicheren Heranwachsens in meiner Jugendzeit war es selten der Schulstoff, der mir unbehaglich war.&nbsp;<br>Es war die Art und Weise, wie eine Schulatmosph&#228;re gestaltet wurde.&nbsp;<br>Freude am Lernen war selten mit im Spiel.&nbsp;<br>Weder bei Lehrern noch bei den Sch&#252;lern.&nbsp;</p><p>Nat&#252;rlich waren mir manche F&#228;cher wie Algebra, Geometrie und Mathematik widerw&#228;rtig.&nbsp;<br>Weil einfach zu langweilig und zu strikt, wenn es auf Ergebnisse ankam.&nbsp;<br>Jede falsch notierte Zahl war gleich ein Drama und wurde konsequent als &#171;FALSCH&#187; mit tiefrotem Stift an den Pranger gestellt.&nbsp;<br>Von entspannter Flexibilit&#228;t war in den mathematischen F&#228;chern kaum etwas zu sp&#252;ren.</p><p>Im Deutschunterricht war das etwas anders.&nbsp;<br>Nein, nicht bei der Grammatik &#8212; da galten dieselben eisernen Regeln &#8212; doch in der fantasievollen, erneuerbaren Rhetorik f&#252;hlte ich mich immer zuhause.&nbsp;<br>Mir war damals als Teenager noch nicht klar, wie m&#228;chtig das Anwenden von W&#246;rtern in ganzen S&#228;tzen sein kann.&nbsp;<br>Ich meine, wirklich m&#228;chtig.&nbsp;</p><p>Nach einer Schl&#228;gerei auf dem Pausenplatz schmerzte der K&#246;rper eine Zeitlang.&nbsp;<br>Doch nach ein paar Tagen war der aus dem Leben und dem K&#246;rper verschwunden.&nbsp;</p><p>Ein brutal hingeworfener Satz mit dem Ziel, die Psyche des Gegen&#252;bers zu verletzen, der hat eine &#228;hnliche langfristige Periode vor sich wie der Zerfall verbrauchter Brennst&#228;be eines AKW.</p><p>Auf einige F&#228;cher der schulischen Zeit h&#228;tte ich gerne verzichtet.&nbsp;<br>Mir kam das zwanghafte Eintrichtern von Stoff &#8212; also dem schulischen &#8212; als mutwillige Verschwendung meiner Lebenszeit vor.&nbsp;<br>Gut, damals h&#228;tte ich das noch nicht so formuliert, aber im Grunde stimmt der Satz.&nbsp;</p><p>Doch zur&#252;ck zum begeisternden Zuh&#246;ren und Mitmachen, wenn es um die Sprache ging.&nbsp;<br>In meinem Falle um die deutsche Sprache.&nbsp;</p><p>B&#252;cher waren meine Schatzkammer, mein Trost, meine Inspiration, um mit dem Leben klarzukommen.&nbsp;</p><p>Als ich &#252;ber diesen Berliner Schriftsteller <em>Kurt Tucholsky</em> stolperte, da war es mit dem Seelenfrieden vorbei. Hingegen stand der leidenschaftliche Traum f&#252;rs Schreiben mit dr&#246;hnendem Motor am Start.&nbsp;<br>Wie konnte ein Mann wie dieser Tucholsky Themen &#252;ber das Leben in Berlin der Dreissiger Jahre mit m&#228;chtigen, einf&#252;hlsamen und direkten Worten beschreiben, die unter die Haut gingen?&nbsp;<br>Kurt Tucholsky hatte nur ein kurzes Leben vor sich, aber er hat meisterliche Werke hinterlassen, f&#252;r die ein handels&#252;blicher Schreiberling ein Jahrhundert gebraucht h&#228;tte.</p><p>Damals stand das K&#252;rzel &#171;KI&#187; f&#252;r Kurt's Intelligenz.&nbsp;<br>Denke ich zumindest.&nbsp;</p><p>Wo war ich? Ach ja, beim schulischen meist grauen Alltag.&nbsp;</p><p>Wie h&#228;tte ich die Schulzeit genossen, wenn ich mich mehr auf meine F&#228;higkeiten und mein Interesse an Sprachen und Philosophie h&#228;tte widmen k&#246;nnen?&nbsp;<br>Geometrische und mathematische Aufgaben? Da h&#228;tte ich jemanden gefragt, der sich damit auskennt.&nbsp;<br>Irgendwie wirkt es noch heute etwas d&#252;mmlich, wenn eine Bande von v&#246;llig unterschiedlichen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern in schulische B&#228;nke gepresst und dann mit standardisiertem Stoff abgespiesen werden.&nbsp;</p><p>Wie viele Talente haben sich von ihrer Leidenschaft verabschiedet, weil die Schule, die Lehrer und eventuell die Eltern diese sogenannten Flausen ausgeredet oder gar ausgetrieben haben?</p><p>&#171;Such dir eine sichere Ausbildung. Werde kaufm&#228;nnischer Angestellter.&#187;&nbsp;<br>Das war mein meistgehasster Schl&#252;sselsatz, den ich immer wieder um die angelegten Ohren gehauen bekam.</p><p>Und was wurde aus mir?&nbsp;<br>Ja, erstmal einer, der sich w&#228;hrend der dreij&#228;hrigen Leere &#8212; oder Lehre? &#8212; t&#228;glich zu Tode gelangweilt hat.&nbsp;<br>Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeine Arbeit in dieser Kranfabrik nur den mindesten Spass offeriert h&#228;tte.</p><p>Denn wieder hatte ich mit der Norm zu k&#228;mpfen. &#171;<em>Man tut das nicht!</em>&#187; oder &#171;<em>Wir haben das schon immer so gemacht.</em>&#187; gehen mir heute noch auf den standardisierten Wecker.</p><p>So, das musste jetzt mal raus.</p><p><em><strong>Und was habe ich als Sp&#228;tz&#252;nder doch noch hinbekommen?</strong></em><br><em><strong>Ich lebe vom Schreiben.&nbsp;</strong></em><br><em><strong>Und f&#252;rs Schreiben.</strong></em><br><em><strong>&#196;tsch!</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-24-Bil-Dung.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Mein Magen und ich]]></title><description><![CDATA[Stop! Was um Himmelswillen oder anderer Umst&#228;nde l&#228;sst mich dermassen dystopisch erscheinen?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-23-magen-grubephp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-23-magen-grubephp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Thu, 23 Apr 2026 10:42:35 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Mein Magen und ich&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Mein Magen und ich" title="Mein Magen und ich" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-23-Magengrube.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p><strong>Stop!&nbsp;</strong></p><p>Was um Himmelswillen oder anderer Umst&#228;nde l&#228;sst mich dermassen dystopisch erscheinen? Ja, ich bin &#252;berw&#228;ltigt vom Zustand der Weltpolitik. Von Politikern und anderen Einflussreichen, die dem Schlachten von Menschen zusehen.&nbsp;<br>Oder damit gar ein Businessmodell aufgebaut haben.</p><p>Mein Magen dreht sich &#246;fter als je zuvor in den letzten siebzig Jahren.&nbsp;</p><p>Und er brennt vor sich hin. Mein Magen hat Gef&#252;hle.</p><p>Diese unsere angeborene Menschlichkeit aus Empathie und Respekt f&#252;r Menschen und andere Tiere wird mit F&#252;ssen getreten.&nbsp;<br>Sie wird bombardiert.&nbsp;<br>Sie wird ausgehungert.&nbsp;<br>Sie wird abgeschlachtet.</p><p>Wie kann ich da einfach weitermachen und ein normales Leben f&#252;hren?&nbsp;<br>Wie erkl&#228;re ich dieses Chaos, diese Kaltschn&#228;uzigkeit meinem Magen?</p><p>Ich versuche es immer wieder.&nbsp;<br>Jeden Tag aufs Neue, dem ollen Magen in der Grube diese Entwicklung etwas n&#228;her zu bringen.&nbsp;<br>Doch er mag diese N&#228;he nicht.&nbsp;<br>Denn dann wird er s&#228;uerlich.</p><p>Und wieder besinne ich mich auf diese eine unsterbliche genetische Eigenschaft, die wir Homo Sapienser:innen in uns tragen.&nbsp;<br>Diese eine Kraft des Zusammenstehens, des Teilens von Emp&#246;rung &#252;ber Ungerechtigkeiten.&nbsp;<br>Und des Trostes.&nbsp;<br>Denn die Welt und deren Politik ist nicht mehr ganz bei Trost.</p><p>Hier will ich mal kurz auf die Menschen zu sprechen kommen, die aus dem Nichts, aus dem Unm&#246;glichen etwas Gr&#246;sseres schaffen konnten. Und k&#246;nnen.&nbsp;</p><p>Menschen wie du und ich, die sich nicht abspeisen wollen. Die sich nicht dem Fatalismus hingeben.&nbsp;<br>Menschen, die aufstehen und handeln.&nbsp;<br>Und wieder sind diese Menschen &#246;fters weiblichen Geschlechts, die sich k&#252;mmern.&nbsp;<br>Die anpacken und Dinge gerade r&#252;cken.&nbsp;<br>Und meine Magenw&#228;nde in ruhigere Bahnen lenken.</p><p>Oh ja, ich bin heute Morgen mit diesem bitteren Beigeschmack aufgewacht.&nbsp;<br>Dann wanderte die Sicht in die Weite und ich sehe diese vielen Namen und Gesichter, die nicht aufgeben.&nbsp;<br>Die nicht kuschen.&nbsp;<br>Die nicht schweigen.&nbsp;</p><p>Und alle diese aktiven Menschen sind keine Superwesen, keine Helden im &#252;blichen Sinne.&nbsp;<br>Doch sie sind bereit, die Welt ein paar Millimeter besser zu machen.&nbsp;<br>Und aktiv zu bleiben.</p><p>Mein Magen und ich zollen all diesen Menschen einen riesigen Respekt.&nbsp;<br>Und wir beide unterst&#252;tzen deren Aktivit&#228;ten so weit und so stark wir k&#246;nnen.&nbsp;<br>Ja, mein Magen und ich.</p><p>Die Liste dieser Menschen wird t&#228;glich gr&#246;sser.&nbsp;<br>Und sie machen mir Mut und vor allem Hoffnung, dass wir etwas bewegen k&#246;nnen.&nbsp;<br>Zum Besseren.&nbsp;</p><p><em><strong>Ach sieh mal an: Der zweite Kaffee heute Morgen schmeckt k&#246;stlich.</strong></em><br><em><strong>Na also.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-23-Magen-Grube.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ex Perten]]></title><description><![CDATA[&#8222;H&#246;r auf die Experten." war der andere Hinweis, der mein Blut zum Kochen brachte.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-22-ex-pertenphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-22-ex-pertenphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 11:47:51 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Ex Perten&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Ex Perten" title="Ex Perten" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-22-Ex-Perten.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>&#8222;H&#246;r auf die Experten." war der andere Hinweis, der mein Blut zum Kochen brachte.&nbsp;<br>Nat&#252;rlich h&#246;re ich auf Menschen, die sich in einem Gebiet hervorragend auskennen.&nbsp;<br>Wissenschaftler, zum Beispiel.&nbsp;<br>Denn diese Leute sind auf Fakten und Erfahrungen konzentriert. Und das macht deren Urteil ziemlich wertvoll.</p><p>Es gibt eine Sache, wo die Experten oftmals versagen: <em>Ideen und Visionen,</em> die keine Vergangenheit haben.&nbsp;<br>Noch nicht haben.&nbsp;</p><p>Da w&#228;re und ist es vermessen, eine klare und vernichtende Meinung abzugeben.&nbsp;<br>Das wissen die Experten und halten sich zur&#252;ck. Manchmal.&nbsp;</p><p>Doch die Couch-Experten wissen von diesen Bedingungen nichts.&nbsp;<br>Der Bedingung, sich dann zu &#228;ussern, wenn wenigstens ein bisschen grundlegende Daten zur Verf&#252;gung stehen.</p><p>In den letzten 51 Jahren als Unternehmer schaue ich auf eine lange Liste von Projekten zur&#252;ck.&nbsp;</p><p>Diese haben sich in zwei Gruppen aufgeteilt.&nbsp;<br>Auf der einen Seite die verbockten, verungl&#252;ckten und erfolglosen Projekte.&nbsp;<br>Und auf der anderen Seite die viel kleinere Gruppe der erfolgreich realisierten Visionen.</p><p>Ich k&#246;nnte nun mit Wehmut auf die beiden Parteien schauen und mich fragen: &#8222;<em><strong>Wieso habe ich nicht auf die Experten geh&#246;rt?</strong></em>&#187;</p><p>Nun, das entpuppt sich als der falsche Satz.&nbsp;<br>Denn die kleinere, erfolgreiche Bande der Realisierten wurde allesamt mit negativen, aussichtslosen Bemerkungen &#252;berh&#228;uft, als ich von meinen Pl&#228;nen sprach. Nur ein Experte hatte meistens ein gutes Gesp&#252;r: mein Bauchgef&#252;hl.</p><p>Nun, die Wehmut lasse ich nicht zu &#8212; h&#246;chstens den Teil &#8222;mut&#187;.&nbsp;<br>Denn beide Gruppen &#8212; die Erfolglosen und die Erfolgreichen &#8212; haben ein riesiges Geschenk gemeinsam: Sie haben alle viel Leidenschaft, Enthusiasmus, Schweiss, Blut, Arbeit und Geld gekostet.&nbsp;<br>Dennoch bin ich gl&#252;cklich und zufrieden, dass ich diese alle angepackt habe.&nbsp;<br>Ich bereue das Nichtprobieren mehr als das Versagen selbst. Oder das Verzagen.<br>Hey, seid Vision&#228;re und nicht Vision&#228;rr:innen und packt es an. Der Mut lohnt sich. Immer.&nbsp;</p><p>Heute bereite ich meine beiden neuen Projekte vor, die bald an den Start gehen werden.&nbsp;<br>Zu welcher Gruppe die beiden am Ende geh&#246;ren?&nbsp;<br>Keine Ahnung &#8212; aber mein Investment an Leidenschaft, Enthusiasmus, Schweiss, Blut, Arbeit und Geld ist es allemal wert.<br><em><strong>&#8222;Wish me luck, eh?"</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-22-Ex-Perten.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zu Sammeln]]></title><description><![CDATA[Hast du einen Hang zum Sammeln?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-21-zu-sammellnphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-21-zu-sammellnphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Tue, 21 Apr 2026 10:51:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Zu Sammeln&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Zu Sammeln" title="Zu Sammeln" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-21-Zu-Sammeln.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Hast du einen Hang zum Sammeln?&nbsp;<br>Oder ist es gar bereits zur Sammelleidenschaft geworden?&nbsp;</p><p>Na, dann erz&#228;hl doch mal, was du am liebsten sammelst.&nbsp;<br>Nein, ich frage nicht nach dem Warum. Das ist schliesslich deine private Sache.&nbsp;</p><p>Wie, du kennst das Wort privat nicht?&nbsp;<br>Ah, ich sehe, was du meinst. Das Private war fr&#252;her mal.&nbsp;<br>Also in der Zeit, als das Soziale und die Medien zwei verschiedene Dinge waren.&nbsp;<br>Die Zeit des Aufschreis, wenn der Staat die Bev&#246;lkerung nach ihrem Leben befragte.&nbsp;<br>Zum Beispiel, wie viele Menschen in einer gemeinsamen Wohnung oder Haus leben.&nbsp;<br>Das nannte man damals private Daten.&nbsp;</p><p>Doch nun in den modernen besseren Zeiten der menschlichen Entwicklung sind die Daten zwar immer noch pers&#246;nlich, aber das haben die Besitzer der privaten Informationen aus den Augen verloren und deshalb auf die Bildschirme geschickt.&nbsp;<br>Ja, in die &#246;ffentlichen Monitore von Handys und Computern.&nbsp;</p><p>Und dort werden diese Unmengen an h&#246;chst privaten, pers&#246;nlichen Informationen &#252;ber dich und mich gesammelt.&nbsp;<br>Nein, nicht manuell.&nbsp;<br>Da sind seit Jahrzehnten fleissige HiTech Firmen wie Google, Facebook, Twitter, Instagram, TikTok und LinkedIn 24/7 mit dieser Leidenschaft besch&#228;ftigt. <br>Der transparente B&#252;rger wurde geschaffen.&nbsp;<br>Oftmals unwissentlich, aber mehr oder weniger freiwillig. <br><br>Da sind wir Homo Sapienser:innen eher bescheiden mit der Sammelleidenschaft.&nbsp;<br>Wir sammeln Erfahrungen - zuhauf und t&#228;glich - und wir sammeln sonstige Dinge, die uns wichtig sind.&nbsp;<br>Geld, Briefmarken, Beziehungen, Reisen und Status. <br><br>Wenn wir schon mit dem Sammeln besch&#228;ftigt sind, dann versammeln wir uns doch immer mal wieder.&nbsp;<br>Denn das Soziale der menschlichen Gene braucht dazu keine Medien.&nbsp;<br>Das reine Austauschen von Gedanken, Emotionen unter dem woodstockianischen Versammlungsgebot ist begl&#252;ckend und macht stark.&nbsp;</p><p>Ich meine, dieses Ph&#228;nomen nennt sich Gemeinschaft.&nbsp;<br>Gemeinsam schafft man mehr.&nbsp;<br>Einzelk&#228;mpfer wirken zwar heroisch, sind aber konstant in der Minderheit. <br><strong>Bereit zum Sammeln? Let&#8216;s go!</strong></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-21-Zu-Sammelln.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Nuklear im Test]]></title><description><![CDATA[Bitte was?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-20-nuklear-im-testphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-20-nuklear-im-testphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Mon, 20 Apr 2026 09:24:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Nuklear im Test&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Nuklear im Test" title="Nuklear im Test" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-20-Nuklear-im-Test.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p><strong>Bitte was?&nbsp;</strong></p><p>Bin ich meinen Prinzipien etwa untreu geworden?&nbsp;<br>Mache ich mich mit der Atomlobby gemein?&nbsp;</p><p>Oh nein, der nukleare Test &#8212; oder Text &#8212; macht lediglich Teile des K&#246;rpers sichtbarer.&nbsp;<br>Das ist alles.&nbsp;<br>Denn alle die Onkel Doktoren haben bei meiner letzten Untersuchung der eher herzlichen Umgebung meines K&#246;rpers etwas aufblitzen sehen.&nbsp;<br>Was?&nbsp;<br>Keine Fakten, nur eine Ahnung.&nbsp;<br>Deshalb werde ich mich heute im aktiven Radio treffen &#8212; ich liebe Radio &#8212; und werde die radioaktiven Isotope als Fotografen mit dabei haben. Denn diese Typen haben massenhaft Gammastrahlen im Gep&#228;ck, die sie frisch und aktiv durch meinen K&#246;rper senden. Und genau dieses Strahlen soll von einer speziellen Kamera erfasst werden.&nbsp;</p><p>Damit soll das kurze Aufblitzen in meiner Herzgegend vor ein paar Wochen ins Bild gebracht werden.<br><br>Nun w&#252;rde mich schon etwas interessieren, wie dieses atomare Zeugs in meinen K&#246;rper gelangen soll und was dann geschieht. Zudem schalte ich kurzfristig mein &#8222;<em>No Nukes</em>&#8220; Schild auf &#8222;<em>Welcome</em>&#8220; &#8212; aber nur heute.&nbsp;</p><p>Der Arzt meinte nur, dass dieses hyper-radio-aktive Pharmazeutikum entweder oral, inhalativ oder in meinem Falle intranerv&#246;s eingef&#252;hrt wird.<br><br>Was?&nbsp;</p><p>Nein, das Mittel wird nicht zum ersten Male eingef&#252;hrt &#8212; das ist schon lange auf dem Markt.&nbsp;<br>Aber wie das Ding in meinen K&#246;rper eingef&#252;hrt wird und wie es sich dort mir vorstellt, das ist die ganze Prozedur.&nbsp;</p><p>Ich werde sp&#228;ter in dieser sechsst&#252;ndigen Prozedur der Szintigraphie vorgestellt.&nbsp;<br>Vermute ich zumindest.&nbsp;<br>Denn sie ist zust&#228;ndig, dass die Bilder meiner Organe glasklar, detailliert und gut gerastert auf dem Bildschirm erscheinen.&nbsp;<br>Der Arzt soll sich ja ein Bild von meiner Herzlichkeit und deren Umgebung machen k&#246;nnen.&nbsp;</p><p>Nerv&#246;s?&nbsp;<br>Nein.&nbsp;<br>Denn die &#196;rzte wissen was sie tun.&nbsp;<br>Und Risiken pflastern sowieso den t&#228;glichen Weg eines jeden Lebewesens.<br><br>Doch ich mag die Geschichte dieser Prozedur.&nbsp;<br>Denn die besteht aus einer Mischung aus Neugier und Entdeckungsfreude sowie dem Wunsch, ein Problem zu l&#246;sen.&nbsp;</p><p><em><strong>Mein Plan nach dem nuklearen Test?&nbsp;</strong></em><br><em><strong>Ich werde sofort aktiv das Radio auf 107,5 stellen und freudig Q107 Toronto h&#246;ren.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-20-Nuklear-im-Test.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Hell Den]]></title><description><![CDATA[Nein, sie hat sich auf diesen Moment des Lebenschenkens nicht oder sp&#228;rlich vorbereiten k&#246;nnen.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-19-hell-denphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-19-hell-denphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sun, 19 Apr 2026 11:00:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Hell Den&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Hell Den" title="Hell Den" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-19-Hell-Den.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Nein, sie hat sich auf diesen Moment des Lebenschenkens nicht oder sp&#228;rlich vorbereiten k&#246;nnen. Was w&#228;re nun, wenn diese Heldin auch einen zuk&#252;nftigen Helden in die Welt gebracht hat?&nbsp;<br>Na, eine Heldenfreude, wahrscheinlich.</p><p>Inhaber des Berufes &#8222;<em>Held</em>&#8220; vollbringen aussergew&#246;hnliche Taten, gehen schwerwiegende Risiken ein und sie tun dies nur, um das Wohl anderer zu f&#246;rdern oder zu sch&#252;tzen.&nbsp;</p><p>Urspr&#252;nglich bedeutete &#8222;heros&#8220; zuerst im Griechischen und jetzt &#252;berall &#8222;Besch&#252;tzer&#8220;.&nbsp;<br>Na sieh mal an.</p><p>Helden haben es schwer.&nbsp;<br>Und tun sich oftmals schwer, in verzweifelten und dystopischen Situationen ihrer Berufung zu folgen.&nbsp;</p><p>Zu viele der Herausforderungen an das Heldentun stehen im extrem Kleingeschriebenen.&nbsp;<br>Zudem gibt es zwei Sorten an Helden, mindestens.&nbsp;</p><p>Als da sind die Interpreten des Heldenberufes &#8211; also die reinen Darstellenden, wie ein Held oder eine Heldin aussehen muss.&nbsp;<br>Diese Figuren sind in B&#252;chern, Filmen und Theaterst&#252;cken zu finden.&nbsp;<br>Daf&#252;r werden sie engagiert.&nbsp;<br>Und die tun einen guten bis heldenhaften Job, sich als mutig, unbeirrbar und gewinnend zu pr&#228;sentieren.&nbsp;<br>Oder zu schauspielern.&nbsp;</p><p>Diese Meisterleistung in der Kunst des Darstellens, des Spielens einer Rolle ist derart &#252;berzeugend, dass sich manche Menschen mehr als nur eine Scheibe davon abschneiden wollten.&nbsp;<br>Denn wo scheint das Licht heller und ist die Begeisterung gr&#246;sser, als wenn der Held die B&#252;hne betritt?&nbsp;<br>Ja, es spielt keine Rolle, welche B&#252;hne das gerade ist.&nbsp;<br>Die Darstellung von Heldentum wirkt &#252;berall packend und faszinierend.&nbsp;</p><p>Da werden die Heldendarsteller in Politik, in der Wirtschaft und im Narzisstenland geboren.&nbsp;<br>Nicht physisch, eher mystisch und mental geb&#228;rend.</p><p>Nun, dann wende ich mich mal um und versuche die andere Gruppe an Heldent&#252;mlichen zu finden.&nbsp;</p><p>Oha, das ist leicht.&nbsp;<br>Denn das klitzekleine, aber starke Ding f&#252;r zuk&#252;nftige Held:innen steckt in den meisten von uns drin.&nbsp;<br>Wissen tun wir es oftmals nicht. Und das ist vielleicht auch gut so.</p><p>Die lange und im Ganzen doch extrem kurze Geschichte der Menschheit hat sich oft zum Besseren gewendet, weil in den richtigen Momenten dieses Ding wachgeworden ist. Und sich mutig der Situation gestellt hat.&nbsp;</p><p>Der Mut ist extrem kitzlig, aber notwendig, um sich etwas heldenhaft bet&#228;tigen zu wollen.&nbsp;<br>Er ist auch gedankenlos um allf&#228;llige Gefahren oder Risiken, wenn die Zeit f&#252;r ihn reif ist.&nbsp;<br>Wenn er sich als Mut zu erkennen gibt und handelt.&nbsp;</p><p>Nein, diese Held:innen sind nicht muskul&#246;s und mit Schwertern oder anderen seltsamen Dingen bewaffnet.&nbsp;<br>Sie sind einfach nur mutig, heben den Kopf und sagen &#8222;<em><strong>Nein</strong></em>&#8220;.&nbsp;</p><p><em><strong>Nein</strong></em>, Rassismus hat hier nichts verloren.&nbsp;<br><em><strong>Nein</strong></em>, Frauen und Kinder werden hier nicht misshandelt.&nbsp;<br><em><strong>Nein</strong></em>, Gerechtigkeit wird hier nicht missachtet.&nbsp;<br><em><strong>Nein</strong></em>, Sexismus ist kein Kavaliersdelikt.</p><p>Und siehe da, wenn sich dieses Helden-Gen in friedlichen Protesten, in mutigem zivilem Ungehorsam zeigt, dann &#228;ndert sich manche &#8222;gottgegebene&#8220; Situation.&nbsp;</p><p>In letzter Zeit lese ich wieder Nachrichten, die wieder mehr reales Utopia, denn aktuelles Dystopia zu bieten haben.&nbsp;<br>Und &#252;berall sind tausendfache Helden zu sehen, die sich ihres Mutes erinnert haben und aufstehen.</p><p>Holy smokes.&nbsp;<br>Gut, dass irgendjemand im Departement der Evolution den wundersch&#246;n wichtigen Beruf des Helden erfunden hat.</p><p><em><strong>Well then &#8211; no hell then.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-19-Hell-Den.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[29 200]]></title><description><![CDATA[Ein Leben l&#228;sst sich nicht in Zeitr&#228;umen planen, kaum hat es mit einem Schrei nach Luft begonnen.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-18-29-200php</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-18-29-200php</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Sat, 18 Apr 2026 10:33:05 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;29 200&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="29 200" title="29 200" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-18-29200.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Ein Leben l&#228;sst sich nicht in Zeitr&#228;umen planen, kaum hat es mit einem Schrei nach Luft begonnen.&nbsp;<br>Baby Peter wird es &#228;hnlich ergangen sein.&nbsp;<br>Er hat sich damals eher um ein volles B&#228;uchlein und die volle Windel gesorgt, aber keineswegs um eine Zukunft.&nbsp;<br>Doch seine niederl&#228;ndischen Eltern hofften auf ein langes und spannendes Leben ihres Spr&#246;sslings. <br><br>Peter ist ein Freund und Nachbar in Specialty Lofts.&nbsp;<br>Wir kennen uns genau seit Sommer 2019, als er und Peggy gleich nebenan eingezogen sind.&nbsp;</p><p>Peter ist der Mann, der mir alle Geheimnisse dieses altehrw&#252;rdigen Geb&#228;udes offenbaren wollte.&nbsp;<br>Und es hat &#252;berraschend geklappt, denn ich lief mit offenem Mund hinter Peter her, weil ich von all diesen Annehmlichkeiten keine Ahnung hatte. Ich war ja heilfroh, dass ich in mein Loft einziehen konnte.&nbsp;<br>Wohnen und Leben in Newmarket an sich reicht mir eigentlich schon.&nbsp;</p><p>Doch Peter sah das anders.&nbsp;<br>Wir wanderten plaudernd durch die langen G&#228;nge hinunter ins Erdgeschoss.&nbsp;<br>Im angebauten Teil kamen einige &#8222;Aaah&#8220; und &#8222;Ooh&#8220; aus meinem noch immer weit ge&#246;ffneten Mund.&nbsp;<br>Peter stellte mir den Fitnessraum vor - klein aber fein.&nbsp;</p><p>Gleich nebenan lag der Partyraum.&nbsp;<br>Nein, das ist keine politische Ecke, sondern ein Platz f&#252;r feuchtfr&#246;hliche Festivit&#228;ten, ergo Parties.&nbsp;</p><p>Und dann - holy smokes - ein kleines h&#252;bsches Kinotheater mit tiefgem&#252;tlichen Sitzen und einer grossen Leinwand.&nbsp;<br>Oh ja, das ist ja paradiesisch.&nbsp;<br>Und nat&#252;rlich durfte ein Playroom, also das Spielzimmer mit Billardtisch, Dartscheibe und einem Tisch zum Kartenspielen nicht fehlen. Und &#252;ber all diesen &#220;berraschungen thront die riesige Terrasse f&#252;r die sommerlichen Events. <br><br>Peter h&#228;ngt an vielen Dingen, die nicht offensichtlich ins Auge springen.&nbsp;</p><p>Er malt wunderbare Bilder der kanadischen Landschaft mit D&#246;rfern, Menschen und Seen.&nbsp;<br>Er tut dies eher beil&#228;ufig, denn kaum jemals spricht er &#252;ber seine malerische Leidenschaft.&nbsp;</p><p>Seine kleine historische Schatzkammer sind Briefmarken.&nbsp;<br>Nein, nicht wild zusammengesammelte Marken aus aller Welt.&nbsp;<br>Ihm haben es die holl&#228;ndischen Marken angetan.&nbsp;<br>Seine Sammlung aller jemals erh&#228;ltlichen postalischen Werke aus den Niederlanden hat einen klitzekleinen Mangel.&nbsp;<br>Es fehlt eine Marke.&nbsp;</p><p>Die blaue 25 Cent Marke mit K&#246;nig Willem III ist nicht in seiner Sammlung.&nbsp;<br>Oh ja, sie war k&#228;uflich zu erwerben.&nbsp;<br>Aber der geforderte Kaufpreis &#252;berstieg die 25 Cents um ein paar Hundertausende. <br><br>Peter hat in den 29&#8216;200 Tagen vieles erlebt.&nbsp;<br>Zum Beispiel in seiner Zeit in Japan, als westliche Menschen dort kaum anzutreffen waren.&nbsp;</p><p>Und nun jetzt und heute ist er 80 Jahre auf dem Planeten Erde anwesend.&nbsp;<br>Und wie.&nbsp;<br>Er ist stets hellwach, interessiert und er kommuniziert.&nbsp;</p><p><em><strong>Also alles Eigenschaften, die eher bei einem jungen Mann vermutet werden.&nbsp;</strong></em><br><em><strong>Und bei Peter. </strong></em><br><em><strong>Happy Birthday, Peter.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-18-29-200.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ab Schied]]></title><description><![CDATA[In diesem Jahr haben sich einige mir lieben Menschen f&#252;r immer verabschiedet.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-17-ab-schiedphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-17-ab-schiedphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Apr 2026 11:24:27 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Ab Schied&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Ab Schied" title="Ab Schied" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-17-Abschied.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>In diesem Jahr haben sich einige mir lieben Menschen f&#252;r immer verabschiedet. Sie taten das nicht freiwillig und schon gar nicht mit Freuden. Nein, ihr Leben war schlicht und einfach beendet, wie es der Lebenszyklus vorsieht. Das ist der Lauf der Zeit. Und des Sterbens. <br><br>&#8222;Sie schied von mir.&#8220; liest sich shakespearerisch, ist aber lediglich ein kurzer Satz, der mit salzigen Tr&#228;nen und leiser Hoffnung daherkommt. So ein Abschied zu einer Reise ist zwar grunds&#228;tzlich eine erquickliche Sache. Denn wir sind ja alle Reisende, irgendwie. Und wenn jemand am Gate oder auf dem Perron steht, um eben diese Welt zu entdecken - welch eine Freude. Doch auch hier bleiben Menschen in der gewohnten Welt zur&#252;ck und lassen den oder die Reisenden ungern ziehen. Eltern sehen ihre Kinder aufbrechen, ihre eigene Familie und ihr Leben gestalten und zwar selbst&#228;ndig. Der Rat, der Support ist weniger gefragt. Die gemeinsame Zeit wird rar und rarer (akzeptabel, aber ungebr&#228;uchlich &#8211; evtl. 'seltener und seltener' oder 'rarer und rarer' als Stilmittel). <br><br>&#8222;Sie haben sich von der Menschlichkeit verabschiedet.&#8220; Autsch. Das sind die Momente, die s&#228;uerlich, toxisch und unverst&#228;ndlich auftauchen. Wenn sich eine Tendenz der Gewalt, des Hasses und der Hetze entwickelt, die kaum Widerstand zu erwarten hat, dann werden diese Zeiten dunkel. Und bitter. Das hatten wir ja schon in der kurzen Geschichte der Menschheit. <br>Und, wie war das damals vor achtzig Jahren?<br><br>Hey, warum drehen wir den Spiess der menschlichen H&#228;sslichkeit einfach um? Lass uns von Tendenzen wie diesen verabschieden. <br>Lassen wir all diese seltsamen Gedanken in den Zug nach Nimmerwo steigen. Gedanken und Haltung mit faschistoiden Zutaten, mit Hetze gegen Minderheiten, mit Machtgel&#252;sten &#252;ber Frauen und Kinder, mit narzisstischem Verhalten. <br><br>OK, ich rutsche wieder in meine hippiesken Tr&#228;ume ab. <br>Und ich liebe das. <br>Denn gerade heute braucht es dieses eine Verhalten von uns B&#252;rgern, Freunden, Nachbarn und Familie, die sagen &#8222;Nein, solches Verhalten akzeptieren wir nicht.&#8220;<br><br>Vieles beginnt mit der Sprache, der Rhetorik, wie zuerst wir selbst und wie unsere Kinder sich mental entwickeln. Und eben diese Rhetorik wird zunehmend verwildert, verunglimpft und verachtend gegen&#252;ber Andersdenkenden, Anderslebenden und Andershandelnden. <br>In Deutsch und in Englisch. <br>Auweia. <br><br>Doch die hoffnungsvollen Zeichen in diesen Zeiten der Gewalt sind da. Wenn sich Menschen organisieren, sich zusammentun, sich unterst&#252;tzen und sie friedlich auf der Strasse ihren Widerstand zeigen - dann l&#228;uft die Hoffnung mit. Nicht nur das. Die Proteste zeigen Wirkung.<br>Es macht wieder mehr Freude, die Nachrichten zu goutieren. Denn Staatsoberh&#228;upter in Spanien, in Kanada und anderswo zeigen, dass Widerstand mit Verstand ganz sch&#246;n Wirkung zeigen k&#246;nnen. <br><br>Der Abschied von der Unmenschlichkeit ist das Willkommen einer lebenswerten Welt. <br>Geht doch, oder?<br></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-17-Ab-Schied.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Konstantin, der Stinker.]]></title><description><![CDATA[Woher und warum hat sich das Flatterhafte in einem solch sensitiven, herzbelastenden Metier breitgemacht?]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-16-liebe-ist-flatterhaftphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-16-liebe-ist-flatterhaftphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Thu, 16 Apr 2026 10:58:02 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Konstantin, der Stinker.&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Konstantin, der Stinker." title="Konstantin, der Stinker." srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-16-flatterhaft.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Woher und warum hat sich das Flatterhafte in einem solch sensitiven, herzbelastenden Metier breitgemacht?&nbsp;</p><p>Die Flatter h&#228;tte doch wissen m&#252;ssen, dass Flattern stets mit Unsicherheit, mit dem lockeren Leben gemeinsame Sache macht.&nbsp;<br>Falter sind unzuverl&#228;ssig und auch schnell mal gelangweilt.&nbsp;<br>Welche Ehemaligen im Dienste der Verliebtheit sind es nach zwei Jahren immer noch?&nbsp;<br>Oder nach zwanzig derselbigen?&nbsp;<br>Na also.</p><p>Flattern kann gesundheitssch&#228;dlich sein, denn die Organe fast jeden K&#246;rperbaus wollen sich auf das Organ in der Nachbarschaft verlassen k&#246;nnen.&nbsp;<br>Und nicht verlassen werden.&nbsp;<br>Denn diese Truppe pumpender, reinigender, besch&#252;tzender, lebenserhaltender Bewohner des K&#246;rpers hat diese eine wichtige Hauptaufgabe: <em><strong>Niemals Pause machen.&nbsp;</strong></em></p><p><em><strong>Niemals den Dienst verweigern.&nbsp;</strong></em></p><p><em><strong>Niemals ablenken lassen.&nbsp;</strong></em></p><p><em><strong>Und niemals besch&#228;digt werden.</strong></em>&nbsp;</p><p>Die lauteste Stimme ist noch immer die Leber, denn &#252;ber sie laufen &#246;fter mal Dinger, die selten benannt werden, aber dem Besitzer schlechte Laune bereiten.</p><p>Also, Leute, welcher Depp hat die Flatter ins Spiel gebracht?&nbsp;<br>Na?&nbsp;</p><p>Ach, das war ein ehemaliger Freund von Flatter?&nbsp;<br>Wie heisst der Typ denn?&nbsp;<br>Konstantin? Konstantin, der Konstante?&nbsp;<br>Ja, der Typ ist nervig und langweilig. St&#228;ndig will er sich den eisernen Regeln widmen und verl&#228;sslich wirken.&nbsp;</p><p>Welch ein Stinker.</p><p>Wo bleibt da der Spass an der &#220;berraschung, wenn die Regeln jede Sekunde der Zeit bestimmen?&nbsp;<br>Wie w&#252;rde das Kreative &#252;berhaupt &#252;berleben k&#246;nnen, wenn sich die oder der Kreative strikt an die Regeln h&#228;lt?&nbsp;</p><p>Normalware.&nbsp;</p><p>Das Fantasievolle will aus dem Vollen des Unvorhersehbaren, des Noch-nie-Dagewesenen sch&#246;pfen k&#246;nnen.&nbsp;</p><p>Und die Kreativen wollen und m&#252;ssen flattern k&#246;nnen.&nbsp;<br>Sonst wird nie ein Schmetterling draus.</p><p>Konstantin meint: &#8222;<em><strong>Wenn das alle machen w&#252;rden.</strong></em>&#187;</p><p>Na prost, wie toll w&#228;re das denn, wenn sich das sch&#246;pferische Element &#252;ber alle Gegenden hinweg breit machen w&#252;rde.&nbsp;</p><p>Stell dir mal vor, das Flatterhafte w&#228;re eine Dauererscheinung.&nbsp;<br>Niemand w&#252;sste, ob die Kolleg:innen p&#252;nktlich zum Termin kommen, ob sie die Aufgaben erledigt haben oder ob sie &#252;berhaupt noch w&#252;ssten, worum es beim Projekt XYZ geht.</p><p>Das w&#228;re ja wie im Strassenverkehr von Mailand oder Paris.&nbsp;<br>Jeder macht, was er oder sie will, aber jeder ist extrem aufmerksam, was der oder die andere gerade tun wird.&nbsp;</p><p>Flatterhaftigkeit macht wach.&nbsp;</p><p>Das Flatternde erzeugt neue Wege, ausgeweitete Inspiration.</p><p>Das Normale, die Routine sind die beiden Killer von zuk&#252;nftigen Entwicklungen, die das Leben besser machen k&#246;nnten.&nbsp;</p><p>&#8222;Das war schon immer so." ist die Parole der beiden.&nbsp;</p><p>Ja nichts ver&#228;ndern.&nbsp;</p><p>Ver&#228;nderungen machen&#8230; hmmm&#8230; ach ja: Flatterhaft.</p><p><em><strong>So, genug des Schalkes jetzt. Ich mach jetzt und hier die Flatter.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-16-liebe-ist-flatterhaft.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Tiefgang]]></title><description><![CDATA[Vor allem in der Literatur, im Theater und im Film wurde nach mehr Tiefgang gefragt.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-15-tiefgangphp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-15-tiefgangphp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Wed, 15 Apr 2026 15:12:42 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;Tiefgang&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="Tiefgang" title="Tiefgang" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-15-Tiefgang.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Vor allem in der Literatur, im Theater und im Film wurde nach mehr Tiefgang gefragt.&nbsp;<br>Und gefordert.&nbsp;<br>Doch was bedeutet das in der Praxis?&nbsp;</p><p>Erstmal hat das wenig bis gar nichts mit Tiefstapeln zu tun.&nbsp;<br>Das ist mehr eine handwerkliche oder reduzierende T&#228;tigkeit.&nbsp;<br>Nein, Tiefgang spricht die Gedanken und &#220;berlegungen an, bevor Autor oder Regisseur mit der kreativen Arbeit beginnen.&nbsp;<br>Der Schreiberling versucht mit Schweiss, Tr&#228;nen und Zigaretten, die Geschichte mit komplexen Charakteren in einer durchdachten Handlung zu erz&#228;hlen.&nbsp;<br>Doch der grosse Anspruch der Kreativen ist noch immer, dass das Publikum angeregt wird.&nbsp;<br>Der Inhalt der Story soll zum Denken, zum &#220;berlegen provozieren.&nbsp;<br>Dann bleibt eine Geschichte l&#228;nger haften und hat eventuell sogar f&#252;r Ver&#228;nderungen im eigenen Denken und Verhalten gesorgt.</p><p>Wie tief soll man sinken?&nbsp;</p><p>In der Philosophie und der Ethik kann es nicht tief genug gehen.&nbsp;<br>Schliesslich ist das Leben selten nur an der Oberfl&#228;che sicht- und sp&#252;rbar.&nbsp;<br>Der tiefere Teil ist pers&#246;nlicher und oftmals weitreichender als gedacht oder gew&#252;nscht.&nbsp;<br>Da sind tiefere Schichten des Gedankenvorgangs ein nicht zu untersch&#228;tzender Vorteil.&nbsp;<br>Denn beim Denken l&#228;uft der Vorgang in viele Richtungen.&nbsp;</p><p>Zuerst mal zur&#252;ck in die Vergangenheit, sprich in die Geschichte der Menschheit.&nbsp;<br>Das gibt Einblick in Ereignisse und Verhalten der menschlichen Tiere und der tierischen Menschen.&nbsp;</p><p>Erst dann geht&#8216;s zum Erkennungsdienst, um aus der Vergangenheit etwelche Lehren zu ziehen.&nbsp;<br>Schliesslich wollen wir alle eine m&#246;glichst erf&#252;llende und lebensfrohe Zukunft sehen.&nbsp;<br>Soweit die Sicht aus der Hippie-Philosophie.</p><p>Wenn also die Gedanken in die Tiefe gehen, wie finden sie dann wieder an die Oberfl&#228;che?&nbsp;<br>Nun, das ist einfach.&nbsp;<br>Denn an der oberen Fl&#228;che ist die Sicht meistens leichtlebiger, einfacher und weniger nervenbelastend.&nbsp;<br>Und das macht schon mal froh.&nbsp;</p><p>Doch die Oberfl&#228;che ver&#228;ndert sich immer wieder und oftmals drastisch.&nbsp;<br>Dann sind die Tiefg&#228;nger wieder gefragt.&nbsp;<br>Also die Philosophen, Zukunftsforscher und Humanisten, die eventuell ein paar Zeichen der Hoffnung ausfindig machen k&#246;nnen.</p><p>Und wieder kommt die Kunst im Chaos der Weltpolitik zu Hilfe.&nbsp;</p><p>Ich denke an grossartige Autoren wie Leo Tolstoi mit &#8222;Krieg und Frieden&#8220; oder George Orwell, der mit &#8222;1984&#8220; ein Handbuch f&#252;r die Faschisten der Neuzeit schrieb.&nbsp;</p><p>Nicht zu vergessen die kreativen Gestalter wie Vincent van Gogh oder Frida Kahlo, die ihre emotionale Tiefe und ihre pers&#246;nlichen K&#228;mpfe mit dem Leben und der Welt durch die Kunst ausdr&#252;cken konnten.&nbsp;</p><p>Tiefg&#228;ngige Denker wie Plato oder Nietzsche haben einige umw&#228;lzende Einfl&#252;sse in die Ethik, die Gesellschaft und generell in die menschliche Existenz einschleusen k&#246;nnen.&nbsp;</p><p>Noch einen Gang tiefer schalten Wissenschaftler, die sich niemals mit der Oberfl&#228;che zufrieden geben.&nbsp;<br>Eine beantwortete Frage wird von der n&#228;chsten abgel&#246;st.</p><p>Es gibt wahrscheinlich einen Platz in der Gesellschaft, an dem Tiefgang in Gespr&#228;chen weniger erw&#252;nscht ist: die Parties.&nbsp;<br>Dort geht es eher um die Oberfl&#228;che und um den n&#228;chsten Gang in der Dinnerabfolge.</p><p><em><strong>So, jetzt k&#252;mmere ich mich mal kurz um Tiefflieger und Tiefstapler.&nbsp;</strong></em><br><em><strong>Dann ist wieder Platz f&#252;r die Tiefg&#228;ngigen dieser Welt.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-15-Tiefgang.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[KI - Künstliche Idiokratie]]></title><description><![CDATA[Wobei, es war nicht eine Antwort, sondern Google lieferte eine Kollektion von m&#246;glichen Quellen, die eine Antwort haben.]]></description><link>https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-14-ki-kuenstliche-idiokratiephp</link><guid isPermaLink="false">https://www.substack.canachris.ca/p/2026-04-14-ki-kuenstliche-idiokratiephp</guid><dc:creator><![CDATA[Christian Wehrli]]></dc:creator><pubDate>Tue, 14 Apr 2026 12:27:00 GMT</pubDate><enclosure url="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<a class="image-link image2" target="_blank" href="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 1456w" sizes="100vw"><img src="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:null,&quot;width&quot;:null,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:null,&quot;alt&quot;:&quot;KI - K&#252;nstliche Idiokratie&quot;,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:null,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:null,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="KI - K&#252;nstliche Idiokratie" title="KI - K&#252;nstliche Idiokratie" srcset="https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 424w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 848w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 1272w, https://christianwehrli.ch/st-wAssets/img/blog/2026-04-14-KI.jpg 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div></div></div></a><p>Wobei, es war nicht eine Antwort, sondern Google lieferte eine Kollektion von m&#246;glichen Quellen, die eine Antwort haben.&nbsp;<br>Haben k&#246;nnten.</p><p>Ich staunte. Und dachte: Das ist das Ende der Unwissenheit.</p><p>Was meine Synapsen nicht bedachten war die andere Seite dieser Gleichung: dass mit dem Ende der allgemeinen Unwissenheit auch etwas anderes endet: Die Anstrengung des Suchens.&nbsp;<br>Und die erleichterte Freude beim Finden.&nbsp;<br>Das Gespr&#228;ch, das man f&#252;hren musste, um an eine Information heranzukommen.&nbsp;<br>Der Umweg, auf dem man oft mehr fand als das, wonach man gesucht hatte.&nbsp;</p><p>Vor allem fehlte die kreative Seite des Suchens&#8230; Assoziationen, Verbindungen und m&#246;gliche F&#228;hrten.</p><p>Google hat uns das v&#246;llige Nichtwissen weggeklickt.&nbsp;<br>Ahnungslosigkeit wurde per Fingerclick ausgerottet.&nbsp;</p><p>Bequem. Schnell. Unaufhaltsam.</p><p>Doch Google hatte noch einen Restbestand an Reibung.&nbsp;<br>Man musste immer noch selbst lesen.&nbsp;<br>Selbst ausw&#228;hlen. Selbst zusammensetzen.&nbsp;<br>Google lieferte die Zutaten &#8212; kochen musste man noch selber.</p><p>KI kocht jetzt mit. Und kaut die ganze Sache auch noch vor.</p><p>Und das ist der Unterschied, der mich nicht losl&#228;sst, als ich heute morgen in meinen Kaffee starre und &#252;ber diese Maschinen nachdenke, die ich selbst t&#228;glich benutze &#8212; und die ich, ich gebe es zu, manchmal frage, bevor ich &#252;berhaupt selbst zu Ende gedacht habe.</p><p>Das Gehirn ist kein Speicher.&nbsp;<br>Es ist ein Muskel.&nbsp;<br>Muskeln brauchen Widerstand.&nbsp;<br>Nicht Komfort.</p><p>Als ich jung war &#8212; in den sechziger, siebziger Jahren in der Schweiz &#8212; war Wissen etwas, das man sich holen musste.&nbsp;<br>Man ging in eine Bibliothek.&nbsp;<br>Man fragte &#228;ltere Menschen.&nbsp;<br>Man las Dinge, die man nicht verstand, zweimal, dreimal, bis sie Sinn ergaben.&nbsp;</p><p>Das war langsam. Das war manchmal frustrierend.&nbsp;<br>Aber dieses Suchen hat etwas mit dem Gehirn gemacht, was Googlen nie getan hat und was KI erst recht nicht tut: Es hat Verbindungen gebaut. Synapsen, die sich durch Reibung geformt haben.</p><p>Heute frage ich eine Maschine, und die Maschine antwortet, ehe mein eigener Gedanke die Kurve genommen hat.&nbsp;<br>Und ich merke, wie verlockend das ist.&nbsp;<br>Wie bequem.&nbsp;<br>Wie gef&#228;hrlich bequem.</p><p>Ich sage nicht, KI ist b&#246;se. Ich benutze sie f&#252;r administrative Dinge und Recherchen.&nbsp;<br>Ich finde sie faszinierend.&nbsp;<br>Ich erlebe, was sie kann &#8212; und manchmal staune ich noch immer, genau wie damals vor dem weissen Suchfeld bei Google.</p><p>Aber der Unterschied zwischen Google und KI ist nicht Quantit&#228;t.&nbsp;<br>Er ist Qualit&#228;t.&nbsp;<br>Google hat uns das Nachschlagen abgenommen.&nbsp;<br>KI nimmt uns das Denken ab.&nbsp;<br>Und zwar das Vor- und Nachdenken.&nbsp;</p><p>Und das sind zwei v&#246;llig verschiedene Eingriffe in das, was einen denkenden Menschen ausmacht.</p><p>Nachschlagen war immer eine Hilfsfunktion.<br>Nachdenken ist der Kern des Pudels.</p><p>Und heute, in diesem Fr&#252;hling 2026, sitze ich hier in Newmarket, Ontario &#8212; ein Schweizer in Kanada, alter Hippie mit neuem Pass, Storyteller der alten Schule &#8212; und beobachte, wie eine ganze Generation aufw&#228;chst, die das Denken vielleicht nie als Muskelkater kennenlernen wird.&nbsp;<br>Oder hat.&nbsp;<br>Die nie wissen wird, wie es sich anf&#252;hlt, wenn ein Gedanke durch Widerstand entsteht.&nbsp;<br>Und wie die freudige Erregung in den H&#246;henflug aufschwebt, wenn der Mensch bei einem kreativen neuen Gedanken ertappt wird. Auch diese Freude ist dann verschwunden.</p><p>Das macht mir mehr Sorgen als jeder Roboter, der einen Job &#252;bernimmt.&nbsp;<br>Denn solche ver&#228;nderte Situationen brauchen eben diese, unsere kreativen Ideen, um die Politik zugunsten der Menschen &#8212; der W&#228;hler:innen &#8212; zu ver&#228;ndern.</p><p>K&#252;nstliche Intelligenz.&nbsp;<br>Nat&#252;rliche Bulimie.<br>Die Synapsen beginnen sich zu langweilen.<br>Die Synapsen werden fett.&nbsp;<br><em><strong>&#220;bergewichtige, gelangweilte Synapsen?</strong></em><br><em><strong>Das hat die Evolution schlicht nicht vorgesehen.&nbsp;</strong></em><br><em><strong>Oder gar vorausgesehen.</strong></em></p><p><em>Urspr&#252;nglich erschienen auf <a href="https://christianwehrli.ch/st/blog/posts/2026-04-14-KI-Kuenstliche-Idiokratie.php">canachris.ca</a></em></p>]]></content:encoded></item></channel></rss>